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Mietrecht : Rauchmelder montieren: Wer welche kaufen muss und wie Sie dabei Geld sparen
28.08.2009 19:12 (3120 x gelesen)

Rauchmelder montieren:
Wer welche kaufen muss und wie Sie dabei Geld sparen

In Großbritannien, Irland, Holland, Dänemark, Schweden, Norwegen, USA, Kanada und Australien sind Rauchwarnmelder bereits seit Längerem gesetzlich vorgeschrieben.
In Großbritannien und den USA haben schon 75 bis 90 % der privaten Wohnungen einen Rauchwarnmelder. Dadurch ist die Anzahl der Brandopfer um bis zu 40 % gesunken.

In Deutschland sind Rauchwarnmelder bisher nur in sieben Bundesländern Pflicht. In allen anderen Ländern besteht noch keine gesetzliche Regelung zum Schutz der Mieter vor dem Feuer- bzw. Rauchvergiftungstod. Denn Gefahr für Leib und Leben geht vorrangig vom Rauch und nicht vom Feuer aus.



Die meisten Brandopfer sterben am Rauch - und zwar nachts!

Die meisten Brandopfer sind deshalb auch nicht tagsüber, sondern nachts zu beklagen, da im Schlaf das Geruchsempfinden lahm gelegt ist. Die Brandstatistiken bestätigen diese Aussage eindeutig: Obwohl nur 1/3 der Brände nachts auftreten, sind 2/3 der jährlich über 600 Toten und 6.000 Verletzten auf nächtliche Brände zurückzuführen.
 

In 5 Bundesländern müssen Sie Ihre Wohnungen mit Rauchwarnmeldern nachrüsten

In diesen Bundesländern ist die Ausrüstung für Neu-/Umbauten gesetzlich vorgeschrieben. Zusätzlich besteht in fünf Bundesländern eine Nachrüstpflicht für Bestandswohnungen.
Nachrüsten heißt: Sie müssen in bewohnten Gebäuden nachträglich in Schlaf- und Kinderzimmern sowie in Fluren, die als Rettungsweg dienen, Rauchwarnmelder einbauen.
Weiter muss auch die ständige Betriebsbereitschaft der Geräte sichergestellt werden, verantwortlich und damit haftbar dafür ist der Eigentümer oder Besitzer. Dieser gesetzlichen Forderung wird durch eine jährliche Funktionsprüfung - bestehend aus der Alarm- und der Sichtprüfung - entsprochen.
 

Tipp:

Dokumentieren Sie die jährliche Funktionsprüfung, damit Sie in einem Schadensfall jederzeit die Durchführung nachweisen können. Oder besser: Beauftragen Sie einen neutralen Dienstleister mit der Durchführung und Dokumentation der Funktionsprüfung.
 

Der beste Platz für Ihren Rauchwarnmelder ist in der Raummitte

Die Montage ist in der DIN 14676 geregelt. Der richtige Platz für einen Rauchwarnmelder ist an der Decke in der Raummitte. Halten Sie mindestens 50 cm Abstand von Wänden oder anderen Gegenständen.
 

Wichtige Info's für den Kauf

Seit August 2008 dürfen nur noch Rauchwarnmelder verkauft werden, die der DIN EN 14604 entsprechen.
Beim Kauf von Rauchwarnmeldern sollten Sie zudem auf folgende Punkte achten:
  • Der Melder sollte ein VdS-Prüfzeichen besitzen, weil nur solche Geräte im Herstellungsprozess regelmäßig geprüft werden.
  • Der Rauchwarnmelder sollte eine lange Lebensdauer haben, 10 Jahre sind hier Standard.
  • Er muss bei Nachlassen der Batterie automatisch warnen und einen Testknopf besitzen, mit dem Sie jederzeit die Funktionsfähigkeit prüfen können.
  • Zusätzliche intelligente Funktionen, wie z. B. immer gleich bleibende Empfindlichkeit durch Nachführung der Ansprechschwelle, bewahren vor Fehlalarmen.
Gut zu wissen:
Besonders "preiswerte" Geräte halten zum Teil nur 3 bis 4 Jahre und benötigen teilweise jährlich neue Batterien. Damit könnten sie im entscheidenden Moment nicht funktionieren! Hinzu kommt, dass diese Geräte häufig schon bei geringen Rauchkonzentrationen, z. B. durch Zigarettenrauch, Alarm auslösen. Davor bewahren Sie langlebige Rauchwarnmelder mit intelligenten Funktionen.
 

Tipp:

Kommt es in einem Privathaushalt zu einem Fehlalarm und rückt die Feuerwehr an, darf Ihnen die Feuerwehr keine Gebühren für ihren Einsatz berechnen! Das hat der Arbeitskreis "Vorbeugender Brand- u. Gefahrenschutz" in der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren so festgelegt.
 

Wer den Rauchwarnmelder zahlen muss

Die Anschaffungskosten (Kaufpreis) der Rauchwarnmelder können Sie leider nicht auf Ihren Mieter umlegen. Die Wartungskosten der Rauchwarnmelder sind zwar nicht in der Betriebskostenverordnung erwähnt, nach den aktuellen juristischen Veröffentlichungen kann aber davon ausgegangen werden, dass die Umlage möglich ist.
Mieten Sie die Rauchwarnmelder, sind die Kosten dafür gemäß BetrKV heute noch nicht umlegbar. Dies soll aber bei der nächsten Überarbeitung der BetrKV geändert werden.
Die Kosten der jährlichen Funktionsprüfung, die der Vermieter durch beauftragte Dritte (z. B. Techem) regelmäßig erbringen lässt, lassen sich derzeit über eine Ergänzung des Mietvertrags bei den "Sonstigen Betriebskosten" (§ 2 Nr. 17 BetrKV) auf den Mieter umlegen.
Fundstelle: AG Lübeck, Urteil v. 05.11.2007, 21 C 1668/07, ZMR 2008, S. 302


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