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Mietrecht : Ã„rgerlich: Hässliche Bohrlöcher sind nicht immer Mietersache
22.03.2009 14:34 (2708 x gelesen)

Ärgerlich: Hässliche Bohrlöcher sind nicht immer Mietersache

Einem Hamburger Mieter gefiel die geflieste Bodenleiste nicht. Kurzerhand schraubte er dort Holzpaneelen drauf. Als er auszog, bestand der Vermieter darauf, dass der Mieter wieder den ursprünglichen Zustand herstellte. Das bedeutete in seinen Augen: Holzleisten runter, Fliesen wieder drauf!
Er berief sich dabei auf § 539 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 258 BGB. Schließlich würde es sich bei der Holzpaneele um eine vom Mieter eingebrachte Einrichtung handeln, die er bei seinem Auszug wieder entfernen müsse.

Eine oder alle Fliesen? Was Sie vom Mieter verlangen können

Der Mieter riss kurzerhand die Holzleisten runter. Es kamen 110 Dübellöcher zum Vorschein. Die Löcher hatte der Mieter - zu seinem großen Glück - hauptsächlich in die Fugen statt in die Kacheln gebohrt! Schon deswegen konnte der Vermieter nicht auf komplett neue Wandfliesen pochen.
"Das ist unverhältnismäßig", befand das Gericht. Selbst, wenn einzelne Fliesen ausgetauscht werden müssten und keine identischen Fliesen mehr erhältlich wären, müsse der Mieter nicht für die gesamten Wandfliesen aufkommen! Allerdings steht Ihnen als Vermieter dann Schadenersatz für diese optische Wertminderung zu. Den bezifferte das Gericht mit 336 Euro.
Insgesamt kam der Vermieter so auf einen Schaden von 900 Euro. Dies nicht zuletzt deswegen, weil das Gericht in den zwei Souterrainräumen eher hübsche Kellerräume statt einer Wohnung unteren Standards sah (AG Hamburg-Altona, Urteil v. 18.5.2006, 318 C 283/05, WM 2008, S. 27).

34 Dübellöcher in der Küche sind noch keine Sachbeschädigung

Ähnlich erging es einem Vermieter aus Köln. Nach dem Auszug seines Mieters zählte er 34 Dübellöcher. Weil die nach Ansicht des Gerichts für das Anbringen der üblichen Möbel (Hängeschränke, Gardinenstangen usw.) erforderlich waren, ging der Vermieter leer aus (Oberlandesgericht Köln, Urteil v. 29.4.1994, 19 U 201/93, WM 1995, S. 582).

32 Bohrlöcher im Bad können noch vertragsgemäß sein

Dass es bei Bohrlöchern immer auf den Einzelfall ankommt, unterstreicht folgendes Urteil: Dort bohrte ein Mieter 32 Löcher im Bad. Das empfand das Gericht noch als vertragsgemäß (LG Hamburg, Urteil v. 17.5.2001, 307 S. 50/01, WM 2001, S. 359).
Der Grund: Im Bad fehlten sämtliche Armaturen. Die Richter stellten klar: Bei der Anzahl der Bohrlöcher gibt es keine festen Grenzen. Maßgebend sei immer der Einzelfall!
Deswegen kam ein Mieter, der "nur" 14 Bohrlöcher im Bad hinterließ, noch recht gut weg: Das wertete das Gericht jedenfalls nicht als Sachbeschädigung (AG Kassel, Urteil v. 15.3.1996, 451 C 7217/95, WM 1996, S. 757).

Tipp:

Was der Mieter "verändert", muss er bei Mietvertragsende wieder in den vorherigen Zustand zurückversetzen.
Dabei spielt es keine Rolle, ob er die Einrichtung im Rahmen des vertragsgemäßen Gebrauchs, mit Ihrer ausdrücklichen Zustimmung oder ungefragt angebracht hat!
Quelle: Meine Immobilie (Redmark)
 


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